#1272 Tolkien

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Kasi Mir
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#1272 Tolkien

Beitrag von Kasi Mir »



"Tolkien" ist das vierte Biopic eines berühmten Autors des 19/20. Jahrhunderts nach "Goodbye Christopher Robin", "The Man Who Invented Christmas" und "Mary Shelley"; diesmal stammt der Film von dem auf Zypern geborenen, aber in Finnland lebenden Indie-Regisseur Dome Karukoski ("Tom of Finland"); das Skript wurde von dem sonst hauptsächlich für das Theater tätigen Iren David Gleeson und dem Londoner Stephen Beresford, der für sein Drehbuch-Debüt "Pride" (Sneak #1031) vor vier Jahren einen "britischen Oscar", den BAFTA-Preis gewann. Auch bei uns in der Sneak kam der Film seinerzeit blendend an, er steht noch vor "Guardians of the Galaxy" auf Platz eins der Jahreswertung 2014.

Der Trailer zu "Tolkien" sieht so aus:



Und wie hat Euch der Film gefallen, der sich wie die meisten Biopics einige "dramaturgische Freiheiten" herausnimmt und sich auf die Adoleszenz Tolkiens zwischen dem Tod seiner Mutter 1904 und seiner Zeit als Soldat in Frankreich 1916 konzentriert? Wie gefielen Euch Nicholas Hoult in der Titelrolle, sowie Lily Collins als seine spätere Ehefrau Edith? Wie fandet ihr die Erzählung und die losen Anspielungen auf Tolkiens spätere Werke? Schreibt Eure Gedanken zum Film einfach als Antwort auf diesen Beitrag ins Forum - am besten in Deutsch oder Englisch, denn Sindarin können hier vermutlich nicht so viele. 8-)

Deal
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Re: #1272 Tolkien

Beitrag von Deal »

Okay. Wir wissen, wie "Winnie the Pooh" entstanden ist, wie Charles Dickens und Astrid Lindgren gelitten haben und wissen nun auch, wie der "Kleine Hobbit" geboren wurde. Oder doch nicht? Wir bekommen hier die nächste Biopic eines berühmten Autoren geboten, die aber fast nicht austauschbarer sein kann. Es geht um "Fellowship, Friendship, Love..." Was wäre gewesen, wenn der berühmte Schreiberling-Name nicht als Träger einer Geschichte (die wieder im 1. Weltkrieg und davor spielt) herhalten muss? Dann wäre der Film nur um ein weiteres kleines Stück belangloser gewesen, hätte aber vielleicht die Chance nutzen können, "anders" zu sein. So unterhält er professionell, ist nett anzusehen, ist gut gespielt, doch gerade die Freundschaft um 4 englische junge Männer (und einer Frau, die aber aus dem Club abserviert wird) hätte ein anderes Gewicht brauchen können. Zum Beispiel die Sprachen, die Tolkien erfunden hat. Sie kommen zwar vor, stehen aber nur als Rahmen da, wobei sie diesen Menschen fast schon einzigartig machten. Sie bekommen nur eine Nebenrolle ab und es geht eben wie immer "nur" um Liebe und Krieg. Da kann man nicht so viel falsch machen, sagten sich da wohl die Produzenten und liegen damit richtig. Aber etwas außerordentliches macht man damit auch nicht.

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Roughale
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Re: #1272 Tolkien

Beitrag von Roughale »

Ich stimme zwar zu, das einige Aspekte mehr verdient hätten im, Fokus zu stehen, besonders den Sprachaspekt fand ich extrem gut dargestellt, aber es ist wohl spektakulärer, den Krieg in den Vordergrund zu rücken. Ich hatte trotzdem nie so das Gefühl, dass es unausgewogen war, viel mehr blieb der Eindruck, dass die ganze Geschichte eventuell in einer Trilogie und dann auf BD/DVD als extended... ach nee, man kann es auch übertreiben :lol: Die Darstellung war mMn sehr gelungen, besonders gefreut habe ich mich den stotternden Claudius (aka Derek Jacobi) wiedersehen zu dürfen, ich muss sagen, für 80 war das eine reife Leistung! Und auch wenn mir der Krieg etwas zu sehr im Vordergrund stand, so habe ich auch da ein paar Highlights vermerken können, besonders die Rauchversion Saurons, das war starke Optik! Besonders der britische Charme punktete bei mir. Somit überwiegen die positive Aspekte, die als Gefährten die negativen Aspekt im Schicksalsberg entsorgen ud ich beruhigt eine Wertung von 1- vergeben kann.
Peace, Roughale (aka Roughoul or AROHYOUGEEAGEAYELEE)

rou
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Re: #1272 Tolkien

Beitrag von rou »

Nichts gegen Tolkiens Werke - aber ein sonderlich interessantes Leben hatte der nicht. Warum daraus einen Film machen? Was ist die Quintessenz? Er ist zwar Waise, kam aber in ein gutes Haus, ging auf eine gute Schule, hat es geschafft, studieren zu können, hat seine Traumfrau bekommen, ein paar tolle Kinder und wurde (zusammen mit seiner Frau) alt. Nebenbei schrieb er noch ein paar Bestseller. Glückwunsch. Aber daraus ein Drama zu konstruieren wirkt schon etwas angestrengt. Ja, klar. Krieg ist furchtbar und seine Kumpels zu verlieren sicher extrem hart. Aber das dürfte damals sehr vielen Menschen so gegangen sein. Hier und da eine Vision von HdR-Kreaturen - nett gemacht. Aber insgesamt leider recht unnötig der Film, finde ich. Konnte dem nichts abgewinnen.
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